Wiener Philharmoniker, Brucknerorchester Linz u.a.
Das System integriert die Feststellerfunktion in die Piano-Drucktaste
Kein Wechseln des Daumens zw. Piano-Drücker und Feststeller
Einfache Kontrolle, ob Klappe zu oder offen
Intuitive Gewöhnung ans neue System
Absolut betriebssicher und wartungsfrei
Gewichtseinsparung durch Wegfall einer Klappe
Bedienung:
Das System besteht aus einer etwas breiteren geteilten Piano-Drucktaste
Funktion1: gewöhnlicher Piano-Drücker:
Der Daumen deckt automatisch beide Teile der Taste ab, der Drücker funktioniert wie gewohnt, er schließt die Piano-Klappe nur solange die Taste gedrückt gehalten wird
Funktion2: Dauerschließer/Feststeller:
Der Daumen drückt nur auf den unteren , breiteren, Teil der Taste- die Taste arretiert am unteren Druckpunkt, Piano-Klappe bleibt geschlossen
Funktion3: Öffnen des Dauerschließers:
Daumen drückt auf die ganze Taste - Arretierung löst sich beim loslassen, Pianoklappe offen
Funktion Kontrolle:
Kontrolle ob Klappe offen:
Gewöhnliche Betätigung des gesamten Drückers: danach ist die Klappe jedenfalls offen
Kontrolle ob Klappe zu:
Betätigung des unteren Teils des Drückers, Klappe bleibt in jedem Fall zu
Pianomechanik-System Rauch
mit geteilter Drucktaste mit integrierter Feststellerfunktion,
im Hintergrund die Stellschraube am Hebel der Piano-Klappe
Video 35MB
Video 8MB (i-Phone)
Bedienung, einfach gesagt:
Der Daumen kennt die beiden Positionen: ganzer Drücker/halber Drücker
-Ganzer Drücker heißt: Piano-Drücker wie gewohnt
-Halber Drücker: PianoDrücker bleibt unten, Klappe bleibt zu
zum Lösen des Mechhanismus: einfach drücken (ganzer Drücker)
Zum Dauerschließen: halber Drücker
Die Umstellung auf das neue System geht sehr schnell, weil es wesentlich intuitiver funktioniert, als das klassische System mit separatem Feststeller.
Der Daumen "merkt" sich sofort, dass durch Drücken auf den unteren breiteren Teil, der Drücker am unteren Druckpunkt "hängenbleibt" und dass beim gewöhnlichen Drücken über die ganze Fläche der Drücker wieder zurückkommt.
Das System ist in der Bedienung viel einfacher als die theoretische Beschreibung.
Durch die Betätigung nur des unteren breiteren Teils des Drückers wird der kleinere obere Teil freigegeben.
Durch die Position des kleineren Feststellerteils der Drucktaste nahe der Cis-Klappe, ist es weiterhin möglich Cis- und Piano-Klappe wie gewohnt gleichzeitig zu drücken ohne dass der Piano-drücker arretiert.
Piano-Drücker am unteren Druckpunkt arretiert
mit leicht angehobenem kleineren Teil der Drucktaste
Das System in technischer Hinsicht:
Der größere Teil der Drucktaste ist fest mit der Piano-Drücker-Klappe verbunden
Der kleinere Tei des Drückers, welcher die Feststellerfunktion darstellt, befindet sich auf einer drehbaren Achse die wiederum auf dem Hebel der Drucktaste gelagert ist.
Dieser Teil wird von einer schwachen Feder nach oben gedrückt.
Ein Hebelarm, dieses drehbaren Teils, weist in Richtung des Korpus und trägt den Haken des Einhakmechanismus.
Dieser Hebel hakt am unteren Druckpunkt des Piano-Drückers ein und arretiert die Klappe in dieser Position.
Dabei hebt sich der kleinere Teil des Drückers geringfügig über die Ebene des größeren Teils des Drückers, maximal einen halben mm.
Sobald der Daumen die ganze Taste betätigt, wird der kleinere Teil, unmerklich, mitbetätigt und die Klappe wieder freigegeben,
bzw. solange der Daumen auf der ganzen Fläche des Drückers aufliegt, kann sich der kleinere Teil nicht heben, und der Haken gar nicht einrasten.
Der kleinere Drückerteil kann sich nur am unteren Druckpunkt heben, beide Teile bilden daher in der Grundposition und wärend des Drückens eine fixe Drückerfläche in einer Ebene.
Vorzugsweise wird am Hebel der Piano-Klappe eine Stellschraube angebracht, womit auch die Schließverbindung vom E-Deckel zur Piano-Klappe justiert werden kann.
Das vorliegende "Eineinhalb-Drücker-System" bei dem es nur die beiden Positionen "Ganzer Drücker/HalberDrücker" gibt, stellt die maximale Vereinfachung aller Möglichkeiten dar
Alternativ wäre es genauso möglich das System mit 2 separaten Drückern auszuführen:
Ein Drücker bei dessen Betätigung die Klappe nach dem Loslassen jedenfalls wieder geöffnet wird und ein Drücker der beim betätigen am unteren Druckpunkt arretiert, die PianoKlappe geschlossen hält
Auch wurde ein Prototyp mit 2 Drucktasten in horizontaler Anordnung angefertigt, bei dem die rechte "innere" Taste die Funktion des repetierenden Drückers und die linke, äussere, die Funktion des arretierenden Drückers beinhaltet
Wartung / Betriebssicherheit:
Das System kann als wartungsfrei und absolut betriebssicher bezeichnet werden, das zeigt die bereits 12-jährige Erfahrung
Der Einhakmechanismus ist aus gehärtetem Stahl bzw. Federstahl gefertigt und nützt sich auch nach Jahrelangem Gebrauch kaum ab.
Sollten sich nach frühestens 10 Jahren Profibetrieb leichte Abnützungen am Einhakmechanismus einstellen, kann das runde Gegenstück einfach etwas weiter gedreht werden, man erhält dadurch wieder eine "frische" scharfe Kante,
bzw. kann auch der Haken aus einer gewöhnlichen Blattfeder von jedem Instrumentenmacher leicht ersetzt werden
Wiener System:
In der klassischen Wiener Spielweise wird fast immer mit geschlöossener Piano-Mechanik gespielt.
Deshalb wurde das System bisher meistens als "Wiener-System" ausgeführt, mit umgekehrter Teilung der Drucktaste
sodass sich der kleinere Feststellerteil unten befindet
Das kommt den Fagottisten der Wiener Schule mehr entgegen, z.B. bleibt hier nach dem gleichzeitigen Drücken von Cis und Piano-Drücker die Piano-Klappe geschlossen
Piano-Mechanik System Rauch, Wiener Ausführung
Für Benedikt Dinkhauser, Wiener Philharmoniker,2004
auf Heckel Nr.14479
Geschichte:
1997 wünschte sich Stepan Turnovsky, Solofagottist der Wiener Philharmoniker eine Pianomechanik abgestimmt auf seine Bedürfnisse, in Anlehnung an ein System eines ungarischen Instrumentenmachers.
Dieses System hatte aber mehrere Nachteile: es beinhaltete 3 separate Drücker , Die Pianoklappe hielt nicht sicher geschlossen, und es war äusserst aufwändig in der Wartung
Da es wenig Freude macht ein mangelhaftes System zu kopieren, wurde etwas ganz neues entwickelt,
ausgehend von der Idee, dass die Feststellerfunktion in den Piano-Drücker intergriert werden soll, der Feststeller sich mit dem Piano-Drücker mitbewegt.
Das neue System sollte ausserdem betriebssicher sein, d.h. der Schließmechanismus darf sich unter keinem Umständen von selber lösen.
Weiters sollte die Mechanik weitgehend wartungs- und verschleißfrei sein, bzw. einfach wieder instand zu setzen
Obwohl Stepan Turnovsky ein andere Piano-Mechanik erwartet und bestellt hatte, stellte er sich sofort auf das neue System ein und ließ auch ein weiteres Heckel-Fagott mit diesem System ausstatten.
Weitere Fagottisten des Orchesters , und andere wie aus dem Brucknerorchester Linz stiegen bereits auf das neue System um
Die allererste Pianomechanik System-Rauch
1997 , Wiener Ausführung
für Stepan Turnovsky, Wiener Philharmoniker
auf Heckel Nr.9177
PianoMechanik, Wiener Ausführung 2003
Im Zuge einer Restaurierung eines Heckel-Fagotts Nr.4698 aus den ersten Jahren des 20. Jhdts.
Im täglichen Einsatz mit Johannes Wregg, Brucknerorchester Linz
_____________________________________
Christian Rauch
Holzblasinstrumentenerzeuger
Innsbruck rauch@fagott.at